An:
Alle unsere geliebten Kinder im Herrn,
den Horchwürdigen Klerus und das Orthodoxe Volk unserer Antiochenischen Erzdiözese von Europa,
„Er hat uns aus den Höhen der Himmel heimgesucht, unser Retter, der Morgen der Morgenröte und wir, die wir in der Finsternis und im Schatten waren, haben die Wahrheit gefunden. Denn der Herr ist aus der Jungfrau geboren."
Rufend singt der Sänger dieses Lied am Weihnachtstag. Als Zeichen des Friedens und der Erlösung der ganzen Welt wiedeholen wir es gemeinsam mit einem Mund und vereinigten Herzen.
Dieses Jahr feiern wir wiederum das Weihnachtsfest, das eine Verkündigung des Friedens, der Freude und Zuverzicht ist, welche Gott für den Menschen durch die Menschwerdung, in der wir das Kind Jesus in der Höhle in Bethlehem sehen, vorsah: „Fürchtet euch nicht! Denn euch ist heute der Heiland geboren!" Wir feiern Weihnachten und die Welt befindet sich in Besorgnis, Furcht und starker Verwirrung! Wo ist der Friede? Wo ist das Recht? Diese fehlen in letzter Zeit, insbesondere in Betrachtung unserer Länder im Nahen Osten.
Wir schicken heute einen Aufschrei an jeden Menschen und sagen: Ihr, die in der Finsternis und im Schatten des Todes wandelt, Tod und Zerstörung verbreitet, eure eigenen Interessen auf Kosten der Würde und Rechte der Völker, in Wohlbefinden zu leben, verfolget, und die Kunst der Zwietracht, des Krieges und der Zerstörung beherrscht, der Friedenbringende ist gekommen; Er selber ist der Friede und das Recht. So mögen alle von der Hölle ihrer Finsternis rauskommen und sich nach dem Lichte und dem Recht richten. Heute ist es redlich lediglich von Freude, Friede, Liebe und Recht zu sprechen! Wie empfindest du, o Mensch, gegenüber diesen?
Im diesem Kontext, und ausgehend davon, dass die Orthodoxe Kirche seit der Verbreitung der christlichen Botschaft im Nahen Osten ansässig ist, und anhand der führenden Rolle der Orthodoxen bei der nationalen und kulturellen Renaissance ihrer Länder im Laufe des Zeitalters, sollen wir heute diese effiziente Rolle nicht vernachlässigen, sondern unseren Beitrag zur Findung von wirksamen Lösungen leisten, damit wir aus der Krise rauskommen und den Weg des Aufschwungs und Voranschreitens unsrer Länder antreten. An dieser Stelle bestätigen wir die feste Beziehung unserer orthodoxen Kinder zu ihren Heimatsländern, welche sie durch eine kirchliche und soziale Solidarität zwischen den Gemeinden in der Heimat und der Diaspora ausdrücken.
Unter den herrschenden Umständen und aktuellen Entwicklungen, welche die Arabische Welt im Allgemeinen erlebt, wünschen wir uns, dass Syrien, der aufständische arabische Staat sowohl in seiner rühmen Geschichte als auch in Gegenwart, seine innere Stabilität wiedererlangt, damit er, parallel zur Verwirklichung der erwünschten Reformen, seine aktive Rolle, die er im Mittelpunkt seiner Aktivitäten, auf regionaler Ebene, wiederspielen kann.
Ausgehend von diesem Ausgangspunkt, betonen wir die Rolle der Kirche in ihrer Eigenschaft als Gewissen der Gläubigen. Sie erinnert ständig daran, was Gott für das Gute der Menschheit vorsah. Wir brauchen heute eine allgemeine Renaissance, wofür sich alle engagieren sollen, um ihre Gesellschaften zu entwickeln und zu erneuern, ihre Bevölkerung zu bilden, die Menschenrechtscharta zu achten, zur Etablierung einer globalen Kultur wirksam beizutragen, in der die Menschenwürde ihre normale Stellung wiedererlangt, welche der Mensch haben soll.
Wir beten, damit das geborene Kind die ganze Welt, den Nahen Osten und insbesondere Syrien von den Menschen bösen Willens, die diesem Land Schaden zufügen, schütze.
Wir beten an Weihnachten mit den Worten, die die Engel im Himmel gesprochen haben: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."
Verfasser: Weihnachtliche Pastoralbotschaft
