„Nun ist alles mit Licht erfüllt, Himmel wie Erde und die Unterwelt. Feiere aber die ganze Schöpfung Die Auferstehung Christi, auf der sie gegründet ist“ (Osterkanon 3. Ode).
Meine Lieben im Herrn! Mit diesen Worten spricht uns der Verfasser des Osterkanons an. Er schickt uns damit die Verkündigung der Freude und des Lichtes der Auferstehung Christi zu. Er lädt uns alle dazu ein, den „neuen Trank“ zu trinken, welcher durch das Emporsteigen Christi aus dem Grabe eine Quelle der Unverdorbenheit wurde; eine unerschöpfliche Quelle des Lebens, der Freude und des Lichtes.
Christus ist auferstanden aus dem Grabe „wie er bereits ankündigte“. Die Auferstehung Christi ist kein bloßes Ereignis, das lediglich schon einmal geschah und danach in Vergessenheit geraten ist. Die Auferstehung ist das Fundament unseres Glaubens, wie der Apostel Paulus sagt: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (1Kor 15: 14). Die Auferstehung ist für unser Leben auch die Quelle, aus der wir jeden Tag ausschöpfen, in dem wir sie in unseren Seelen erleben und alle gemeinsam rufen: „Nachdem wir die Auferstehung Christi gesehen haben, lasset uns anbeten den heiligen Herrn Jesus, Den allein Sündlosen. Denn er hat das Kreuz für uns erduldet. Er hat den Tod durch Seinen Tod überwunden.“
Christus stieg um unser Heiles willen in den Hades sterbend hinab. Ihn sahen dort diejenigen, welche „mit den Fesseln des Hades eingeschlossen waren“. Als sie sein unbeschreibliches Mitleid spürten, frohlockten und feierten sie das ewige Pascha. Sie eilten zu ihm, um Licht und Leben vom „Ewigen Licht“ zu schöpfen. Die Myron- Trägerinnen eilten weinend zum Grabe, um Jesus, den als sterbenden Herrn, zu suchen; sie fielen jedoch vor ihm als dem Auferstandenen frohlockend nieder. Danach verkündeten sie seinen Jüngern das mystische Pascha. So lasset uns zur Kirche Christi eilen, um dort die Freude der Auferstehung zu erleben und diese Freude von dort aus zu allen Menschen zu bringen, ihnen die Auferstehung Christi zu verkünden, die neue Frucht des Weinstocks einzureichen und zu ihnen zu sagen: „Erhaltet von uns die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi; kostet und seht,wie gut der Herr ist.“
Heute ist der Tag der Auferstehung! Lasst uns glänzen beim Volksfest und einander frohlockend umarmen. Lasst uns „Brüder“ nennen auch die, die uns hassen; verzeihen wir alles ob der Auferstehung. Lasst uns alle in die Freude unseres Herrn eintreten. Niemand fürchte den Tod, denn befreit hat uns des Heilands Tod. Lasst uns mit dem Propheten Jesaja rufen: „Tod, wo ist dein Stachel? Hades, wo ist dein Sieg?“ Auferstanden ist Christus; die Engel freuen sich und die Dämonen sind gefallen. Auferstanden ist Christus und kein Toter im Grabe. Denn durch seine Auferstehung von den Toten ist Christus der Erstling der Entschlafenen geworden.
Von der Tiefe meines Herzens bitte ich den von den Toten auferstanden
Herrn darum, das Licht seiner heiligen Auferstehung auf euch
ausstrahlen zu lassen, euer Leben von seinem Leben zu erfüllen, und
seine Freude, die keiner euch wegnehmen kann, auf euch auszugießen.
Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Verfasser: Der Metropolit Johannes (Yazigi)
